Unter dem Motto ‚Regionale Autorinnen stellen sich vor‘ fand im Antiquariat Buchbasalt in Alsfeld ein Lese-und Gesprächsabend mit der Alsfelderin Michaela Stefan sowie mit Cynthia Lotz aus Kirtorf statt.
Die Inhaber Andrea Weißing und Aegidius Kluth konnten zahlreiche interessierte Gäste in ihrem Laden in der Alsfelder Obergasse begrüßen. Diese erlebten einen vielseitigen Abend, der insbesondere durch die Persönlichkeiten der beiden regionalen Autorinnen geprägt war.
Michaela Stefan hatte sich 2024 mit dem von ihr geschriebenen und illustrierten Kinderbuch ‚Aus dem Land der Wunder‘ einen lang gehegten Traum erfüllt. In ihrem abwechslungsreichen Vortrag wurde deutlich, dass die Geschichten, in deren Mittelpunkt die 12 jährige Jule steht, nicht nur für Kinder berührend und bedeutsam sein können.
So gelang es ihr, die anwesenden erwachsenen Zuhörenden mitzunehmen in die wundersame Welt voller liebevoll beschriebener Tier- und Zauberwesen, in deren Abenteuer es um Werte wie Freiheit und Freundschaft sowie um den Mut zur Überwindung von Ängsten und Begrenzungen geht. Besonders eindrucksvoll war, dass die Aquarelle, mit denen die Autorin ihr Buch selbst illustriert hatte, im Raum verteilt zu sehen waren und so die Magie der Geschichten auch visuell nachempfunden werden konnte.
Die Autorin Cynthia Lotz war nach eigenem Bekunden gespannt darauf, wie es wohl funktionieren würde, wenn an einem Abend so unterschiedliche Literaturformen wie die von ihr und Michaela Stefan vorgestellt werden sollten. Die Kirtorferin, die während der Corona-Epidemie zum Schreiben gefunden hatte, arbeitet zwar gelegentlich genreübergreifend, aber ihr bevorzugtes Gebiet ist doch die Krimi-Literatur. Bekannt wurde sie einem größeren Publikum mit ihrer Trilogie rund um die Protagonistin Nora Nieberg, welche wie die Autorin selbst aus großstädtischem Milieu stammt und die in einem mittelhessischen Ort zur Ermittlerin in von den Behörden ungelösten Kriminalfällen wird. Dass auch die Texte von Cynthia Lotz voller Magie sein können, wenn auch von einer ganz anderen Art als in einem Kinderbuch, bekamen die Zuhörenden schon bei der ersten Geschichte aus Lotz‘ neuestem Buch ‚Mord und Mehr‘ zu spüren, in der die Beziehung einer alten Dame zu der KI- Stimme ‚Aura‘ in bedrückender Weise von der Autorin im Mittelpunkt gestellt wird. Auch in der Erzählung rund um die Frage, warum in Alsfeld – mehr als in anderen Städten – das Gras zwischen dem Pflaster wächst, läßt die Kirtorferin die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum verschwimmen. Mit schwarzem Humor beschloß Cynthia Lotz die lebendige Vorstellung ihrer Werke. Das mörderische Ende einer Ehe zauberte trotz seiner Dramatik letztlich ein Lachen in die Gesichter der Zuhörerschaft.
Und so konnten Andrea Weißing und Aegidius Kluth ihre Gäste allesamt in guter Stimmung und angefüllt mit vielen Eindrücken dankend auf das Alsfelder Pflaster hinaus entlassen; vielleicht ja mit der noch zu beantworteten Frage, ob dort wirklich mehr Gras zwischen den Steinen wächst als anderswo.
Die Bücher von Michaela Stefan und Cynthia Lotz sind im Antiquariat noch längere Zeit zum handelsüblichen Preis erhältlich.

